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KÖRPER & SEELE
Die Regel


Die erste Regel – ein besonderer Tag in deinem Leben!
Lovetour - Zyklus
Wann ist es soweit?
Ab wann wird deine Regel "regelmäßig"?
Was ist ein Zyklus?
Was passiert bei einem Zyklus?
Wie viel und wie lange?
Binden oder Tampons?

Die erste Regel – ein besonderer Tag in deinem Leben!

Der Zeitpunkt der ersten Regel (Periode, Menstruation, Blutung, Tage) ist sehr unterschiedlich; am häufigsten im Alter von 12 bis 13 Jahren, durchaus auch schon vorher oder später. Falls deine erste Regel bis zum 16. Lebensjahr ausbleibt, raten wir dir, eine/n Frauenarzt/ärztin aufzusuchen, um dir Gewissheit über den tatsächlichen Grund dieser Verzögerung zu verschaffen.

Mit der ersten Regel ("Menarche") gibt dir dein Körper das Zeichen, dass du jetzt eine junge Frau bist, die schwanger werden kann. Der Zeitpunkt der Fruchtbarkeit liegt jedoch schon zirka zwei Wochen vor deiner Menarche, da du etwa zu dieser Zeit deinen ersten Eisprung hast und ab diesem Zeitpunkt auch eine Schwangerschaft möglich ist.

Du befindest dich mitten im Start der Entwicklung vom vorpubertären Mädchen zur erwachsenen Frau! Bei manchen Völkern unserer Erde ist dieser Tag der ersten Regel Anlass für ein großes Fest! Du darfst dir also auch was Schönes einfallen lassen, um dir diesen sehr speziellen Moment in besonderer Erinnerung zu behalten...


Wann ist es soweit?

Hier spielen die Hormone eine große Rolle. Das weibliche Sexualhormon Östrogen bewirkt zunächst die äußerliche Veränderung des weiblichen Körpers. Die Intimbehaarung wächst, die Brust spannt und beginnt zu wachsen. Bis zur ersten Regel vergehen dann noch ungefähr zwei Jahre.

Ein weiteres Zeichen, dass das Östrogen in deinem Körper Boten entsendet, ist der so genannte "Weißfluss" (ein leichter, glasig-weißlicher Ausfluss aus der Scheide). Danach vergehen noch ungefähr 6 bis 12 Monaten bis zu deinem ersten Eisprung, worauf etwa 2 Wochen später deine erste Regel einsetzen wird. Informationen dazu findest du auch auf der Körperkarte!


Ab wann wird deine Regel "regelmäßig"?

Mit deiner ersten Regel setzt sich dein ganz eigener Zyklus in Gang, der sich regelmäßig monatlich in deinen nun folgenden fruchtbaren Jahren wiederholen wird (ca. bis zum 50. Lebensjahr).

In den ersten Jahren deiner Regel versucht dein Körper, seinen eigenen, ganz speziellen, von Frau zu Frau unterschiedlichen Rhythmus zu finden. Lass deinem Körper genügend Zeit, seine Regelmäßigkeit zu entwickeln. Diese Phase sollte nicht durch die Zufuhr von Hormonen (z.B. durch die Pille) gestört werden. Bist du während dieser Zeit mit einem Burschen/Mann sexuell zusammen, so könnt ihr zur Verhütung vor unerwünschter Schwangerschaft Kondome benützen. Das ist auch das einzige Verhütungsmittel, das vor der Übertragung diverser Krankheiten schützt.

Manche Mädchen und Frauen fühlen sich während der Regel körperlich nicht ganz wohl. Einige spüren schon ein paar Tage vorher Schmerzen in der Nierengegend, Rückenschmerzen, Krämpfe oder ein Ziehen im Unterbauch. Manchmal leidet auch das seelische Gleichgewicht ein bisschen. Vielleicht lässt du dich leichter aus der Ruhe bringen, bist sensibler und dir kommen schneller die Tränen als sonst.

Sind diese Anzeichen stark ausgeprägt, spricht man von PMS (=Prämenstruelles Syndrom). Sollten deine Beschwerden rund um die Regel so stark sein, dass du dich trotz Ruhe und Wärmflasche sehr eingeschränkt fühlst, kann dir die/der GynäkologIn weiterhelfen.

Was ist ein Zyklus?

Ein Zyklus bezeichnet die Zeitspanne vom ersten Tag einer Regel bis zum ersten Tag der nächsten Regel und dauert ungefähr 25 bis 35 Tage. Die Zykluslänge kann von äußeren Umständen beeinflusst werden, wie Sport, Ernährung, Stress, Körpergewicht, Kummer, Klimaschwankungen, Umwelteinflüsse und vor allem von so genannten Diäten/Hungerkuren.

Gerade während der ersten Perioden hat nur jede dritte junge Frau einen regelmäßigen Zyklus – also ist es ganz normal, sich nicht auf eine Regelmäßigkeit verlassen zu können. Oft können auch mehrere Monate dazwischen liegen, ohne dass dies eine Bedeutung hat. Es kann Jahre dauern, bis dein Körper seinen ganz persönlichen Rhythmus gefunden hat.

Um deinen Zyklus besser verfolgen zu können, kann es hilfreich sein, sich dazu Notizen in einem Kalender zu machen. Es gibt auch einen Zykluskalender (gratis beim Frauenarzt/ärztin), mit dessen Hilfe du mit deinen Eintragungen deinen Zyklus leichter verfolgen kannst.


Was passiert bei einem Zyklus?

1. Reifung der Eizellen:
In der ersten Hälfte dieser Zeit reifen in einem deiner beiden Eierstöcke mehrere Eizellen (Follikel) heran. Sie sind anfangs so groß wie eine Stecknadelspitze. Aber nur eine von über 400.000 Eizellen, die seit deiner Geburt dort angelegt sind, wird den Weg von einem Eierstock in den Eileiter (in einem Zyklus) vollziehen.

2. Östrogen:
In der Hülle der Eizelle wird das weibliche Hormon Östrogen gebildet. Dieses Sexualhormon regt die Gebärmutter an, die Schleimhaut vorzubereiten, in die sich das Ei (Eizelle) einnisten möchte, falls es durch ein männliches Spermium (Samenzelle) befruchtet wurde. Die Schleimhaut in der Gebärmutter verdickt sich, wird stärker durchblutet und reichert sich mit Nährstoffen an. Sie bildet eine Art weiches Kissen für die Eizelle.

3. LH-Hormon:
Ungefähr in der Mitte deines Zyklus (ca. 15. Tag) ist deine Eizelle reif; der Östrogengehalt im Blut ist soweit gestiegen, dass ein weiteres Hormon produziert wird (LH-Hormon), das den Eisprung auslöst. Manche Frauen können ihren Eisprung spüren, z.B. in Form eines leichten Ziehens im Unterleib.

4. Eisprung:
Unter Eisprung versteht man das Platzen des Eibläschens, aus dem sich die reife Eizelle löst, die dann vom Eierstock in den Eileiter wandert! Das geschieht ca. 14 Tage vor der nächsten Regelblutung. Die Eizelle wird von den fransenförmigen Fortsätzen des Eileiters, die sich über den Eierstock stülpen, aufgenommen. Das Ei wandert innerhalb der nächsten 3-4 Tage durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Befruchtet werden kann die Eizelle allerdings nur bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung.

5. Progesteron:
Ein weiteres Hormon, das Progesteron, gesellt sich nun dazu. Das Progesteron soll eine beginnende Schwangerschaft unterstützen, indem es die Nährstoffversorgung und Durchblutung der Gebärmutter fördert. Kommt es zu keiner Befruchtung, zieht sich das Progesteron wieder zurück, und ca. 14 Tage nach dem Eisprung setzt die Regelblutung ein.


Wie viel und wie lange?

Die vom Östrogen zusätzlich aufgebaute Schleimhautschicht in deiner Gebärmutter ist bei einer nicht eingetroffenen Schwangerschaft nicht mehr notwendig und wird ausgeschieden. Das ist deine Regel (Menstruation, Periode, Tage), die aus der gebildeten Schleimhaut, Blut und Geweberesten besteht und ungefähr 3 bis 7 Tage dauert.
Die ausgeschiedene Menge Blut wird vielfach überschätzt – es ist gerade mal soviel Flüssigkeit, wie in ein "Stamperl" passt (ca. 60 bis 80 Milliliter), also gar nicht viel!

Die Menge an Blut und Schleimhaut, die dabei deinen Körper verlässt, kannst du dir in seiner Mengenaufteilung ungefähr so vorstellen:

1. Tag: ca. 40 %
2. Tag: ca. 36 %
3. Tag: ca. 13 %
4. Tag: ca. 7 %
5. Tag: ca. 4 %


Binden oder Tampons?

Binden werden außerhalb des Körpers verwendet, Tampons und Regelschwämmchen werden in die Scheidenöffnung eingeführt.

In der Scheide saugen Tampons aber nicht nur Regelblut auf, sondern auch Flüssigkeiten der Scheidenschleimhaut. Diese Scheidenschleimhaut ist ganz wichtig für ein ausgeglichenes Klima in der Scheide und schützt vor unliebsamen Keimen und Krankheitserregern. Daher sollten Tampons (gibt es übrigens in unterschiedlichen Größen) nie länger als 8 Stunden in der Scheide verbleiben, um der Scheidenschleimhaut die Möglichkeit zu geben, sich zu erneuern.

Wichtig ist auch, immer die kleinstmögliche Tampongröße zu verwenden. Wenn Tampons erst gewechselt werden, wenn sie mit Blut voll gesogen sind, und dafür auch stets die kleinstmögliche Größe verwendet wird, besteht kaum Gefahr vor Austrocknung.

Beim Gebrauch von Binden fließt das Regelblut einfach über die Scheidenöffnung ab und wird durch die Binde, die in der Unterhose liegt, aufgenommen. Dabei wird die Scheidenschleimhaut nicht beeinträchtigt.

 
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