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LIEBE & SEXUALITÄT
LesBiSchwul

Von Heteros, Lesben, Zuneigung und Nazi-Paragraphen
LesBiSchwul - Diskriminierung und 1000 Hürden

"Sexuelle Orientierung" bezeichnet eigentlich nichts anderes als das Grundgefühl, das ein Mensch in sexueller Hinsicht dem eigenen oder anderen Geschlecht entgegenbringt.

Reagierst du als Frau sexuell grundsätzlich eher auf Männer, bzw. als Mann auf Frauen, so wirst du von deinem Umfeld als heterosexuell wahrgenommen. Die Heterosexualität (=gegengeschlechtliche Liebe) ist der modernen Sexualwissenschaft folglich eine von drei (grundsätzlich gesunden) Varianten in der Natur des Menschen.

Daneben gibt es gleichwertig – bei uns Menschen wie auch bei vielen Tierarten – Bisexualität und Homosexualität.

Als bisexuell liebend kann bezeichnet werden, wenn dich Frauen wie auch Männer sexuell ansprechen, du dich also in Menschen beiderlei Geschlechts verlieben kannst.

Als homosexuell oder gleichgeschlechtlich liebend kann bezeichnet werden, wenn du in Liebesangelegenheiten und/oder sexuell als Frau vorwiegend auf andere Frauen und als Mann hauptsächlich auf Männer reagierst.

Egal, ob du selbst hetero-, homo- oder bisexuell fühlst, eines verbindet alle diese sexuellen Ausrichtungen: Es geht um Liebe, Zuneigung und Lust, wenn Menschen sich sexuell begegnen, verliebt an ihre/n Liebste/n denken, freiwillig miteinander beisammen sind und Liebe machen. Und auch wenn du als jugendliche oder erwachsene Person asexuell fühlen solltest, sprich sexuelle Liebesbeziehungen und Abenteuer keine Bedeutung in deinem Leben haben sollten und dich nichts und niemand sexuell anzieht, so ist das auch völlig in Ordnung! Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen sexuellen Fingerabdruck (keiner ist hundertprozentig so wie du!) und im Leben können sich eben auch sexuelle Vorlieben und Orientierungen verändern oder aber gleich bleiben. Da sind wir alle verschieden und einzigartig, was uns umgekehrt wieder alle miteinander verbindet!


Von Heteros, Lesben, Zuneigung und Nazi-Paragraphen

Heterosexuell liebende Männer bezeichnen sich selbst manchmal als "Hetero", heterosexuell liebende Frauen als "Hetero" oder "Hetera".

Bisexuell liebende Menschen sagen von sich vielleicht "Ich bin bi" oder "Ich fühle bisexuell".

Homosexuell, also gleichgeschlechtlich liebende Männer bezeichnen sich selbst oftmals als "schwul" und homosexuell liebende Frauen sagen von sich eventuell "Ich bin lesbisch" oder vielleicht "Ich bin eine Lesbe".

Zirka 5 bis 10 % der Bevölkerung sind lesbisch bzw. schwul, darüber hinaus fühlen viele Menschen bisexuell oder haben das eine oder andere homoerotische Erlebnis in ihrem Lebenslauf. Außerdem gibt es auch Personen, die sich als "asexuell" ansehen oder keiner Kategorie zugeordnet werden wollen.

Sexualität ist einem ständigen Wandel unterzogen, und unsere Orientierung hängt viel von unseren Moralvorstellungen, unserer Erziehung, den genetischen Anlagen, Erfahrungen, Gefühlszuständen und der allgemeiner Einstellung ab. Leider werden gleichgeschlechtlich liebende Menschen (sprich Lesben und Schwule) im alltäglichen Leben nicht ebenso anerkannt und behandelt wie die heterosexuelle Mehrheit. Diese Missachtung und Minderbewertung (Diskriminierung) homosexuell fühlender Frauen und Männer wird nachvollziehbarer, wenn wir in die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte zurückschauen:

Während der nationalsozialistischen Diktatur in den 1930er- und 40er-Jahren wurden in Europa zigtausende Bisexuelle, Lesben und Schwule in Konzentrationslagern ermordet. Bis weit in die 70er-Jahre hinein wurde aufgrund der weiter gültigen, jedoch abgeschwächten Nazi-Paragraphen in Gefängnissen der Republik Österreich eingesperrt. Erst Anfang des jetzigen Jahrhunderts wurde das letzte Strafgesetz abgeschafft, in dem schwule Teenager anders als jugendliche Heteros behandelt wurden.

LesBiSchwul - Diskriminierung und 1000 Hürden

Kein Wunder also, dass viele noch immer Vorurteile gegen schwule, lesbische und bisexuelle Mitmenschen hegen und sich nicht alle trauen, ihre sexuelle Orientierung offen zu leben. Dieses unmenschliche Klima in Familien, Schulen und in der gesamten Öffentlichkeit stellt homo- und bisexuell fühlende Jugendliche vor allem während der Pubertät auf eine harte Probe. Eine überdurchschnittlich hohe Selbstmordrate in dieser Gruppe ist die Folge!

Gegenwärtig haben homosexuelle Paare bereits in vielen westeuropäischen und nordamerikanischen Staaten (z.B. in den Niederlanden, Spanien oder Kanada) das Recht, standesamtlich zu heiraten. Bei uns in Österreich und vielen anderen EU-Ländern (z.B. Deutschland, Frankreich oder Schweden) können diese zumindest ihre Beziehung rechtlich absichern, indem sie miteinander einen Partnerschaftsvertrag eingehen und anschließend mit Freunden und Familie Hochzeit feiern. In vielen anderen Staaten der Erde gibt es leider keine vergleichbaren Gesetze, ja mancherorts stehen sogar Gefängnis- und Todesstrafen darauf.

Mehr zu diesem Thema kannst du übrigens hier nachlesen. Dort erfährst du unter anderem auch mehr zu den Bereichen Intersexualität (Hermaphroditismus) und Transidentität (TransGender oder fälschlicherweise auch Transsexualität genannt), die oftmals mit den sexuellen Orientierungen in einen Topf geworfen werden, jedoch eigentlich mehr mit sexueller Identität (mit Frau-, Mann- oder Mensch-Sein) zu tun haben.

 
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