HPV und Gebärmutterhalskrebs
Situation in Österreich
Argumentation Pro und Contra
Nebenwirkungen
Zielgruppe
Kosten
Medizinische Fakten - zusammengefasst
Quellen
HPV und Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs ist eine sexuell übertragbare Erkrankung und mehr als 95 % der Gebärmutterhalskrebserkrankungen werden mit humanen Papilloma Viren in Verbindung gebracht (Groth, 2007, S. 2). Derzeit sind mehr als 100 verschiedene HPV-Typen bekannt, von denen mehr als 30 den weiblichen Genitaltrakt befallen und derzeit gelten 19 als krebserregend (Hirte, 2006, S. 1).
Über 70 % aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit diesen HP-Viren. Etwa 80 % dieser Infektionen bleiben unauffällig und heilen ohne Therapie ab. Weniger als ein Prozent der HPV-infizierten Frauen erkrankt an Gebärmutterhalskrebs.
Der oft angegebene Umkehrschluss, dass fast alle Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, mit dem HPV infiziert sind (mit welchem, wird nicht dazu gesagt …), ergibt sich aus der hohen Durchseuchungsrate der Bevölkerung und ist daher wenig aussagekräftig bezüglich der Ursachen der Krebserkrankung.
Eine lang andauernde Infektion mit bestimmten Stämmen von HPV, insbesondere die Typen 16, 18, 31, 33, 35, 45, 52 und 58, kann zu Veränderungen der Schleimhautzellen des Gebärmutterhalses führen. Diese Zellen können letztendlich zu Gebärmutterhalskrebs führen (Groth, 2007, S. 2). Es gibt jedoch auch Fälle von Gebärmutterhalskrebs ohne den Nachweis von HPV (Hirte, 2006, S. 1).
Das HP-Virus kann auch andere Erkrankungen, wie gutartige Warzen an den äußeren Genitalien und wahrscheinlich auch die seltenen Krebserkrankungen an Vagina und Penis hervorrufen (Hirte, 2006, S. 1).
Situation in Österreich
Gebärmutterhalskrebs steht mit 3,3 % an zehnter Stelle der Häufigkeiten von Krebserkrankungen (Statistik Austria, Groth, 2007, S. 3).
Im Jahr 2000 erkrankten in Österreich 10 von 100.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und die Sterblichkeitsrate liegt bei 2 von 100.000. In den letzten zehn Jahren sind Sterblichkeitsrate und Neuerkrankungen um 35 % gesunken. 2004 sind in Österreich 164 Frauen an Gebärmuterhalskrebs gestorben, davon waren 24 Frauen unter 50 Jahre alt (Groth, 2007, S. 3f).
Es können und sollten alle Österreicherinnen in regelmäßigen Abständen an der Krebsfrüherkennung teilnehmen und den PAP-Abstrich bei ihren GynäkologInnen vornehmen lassen. Dieser kann bei einer normalen Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden und kostet daher nichts. Hier können Zellunregelmäßigkeiten in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses frühzeitig erkannt und behandelt werden. (Groth, 2007, S. 4)
Argumentation Pro und Contra
Nach einer ausführlichen Internetrecherche konnten wir feststellen, dass es zwei konkurrierende Positionen gibt:
Eine Gruppe ist für die Impfung und die anderen dagegen.
Weiters ist zu erwähnen, dass in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Erkenntnisse bzgl. des Impfstoffes auftauchen. Dies erschwert eine kompetente und wissensbasierte Information bzw. eine Entscheidung, pro oder kontra Impfung zu treffen. Diese Tatsache impliziert weiters, dass die Erforschung des Impfstoffes noch unzureichend ist, und somit die Datenlage mehr als unvollständig.
Die Impfstoffe sind nach ca. 5 Jahren Forschungszeit und vor Veröffentlichung der gesamten Studienergebnisse zugelassen worden. Aufgrund der kurzen Forschungszeit liegen keine Langzeiterfahrungen mit der Impfung vor (pro familia).
Wichtig zu sagen ist:
Es liegen zurzeit keine evidenz-basierten Daten vor!
Nebenwirkungen
Zurzeit sind keine Langzeitstudien vorhanden -> Folgewirkungen sind absolut nicht abschätzbar.
Bisher wurde nicht geprüft, ob die geimpften Frauen tatsächlich Krebs bekommen. Die aktuellen Studien beschäftigen sich rein mit dem Vorkommen von Viren und Zellveränderungen à nicht evidence-based.
In den Studien zur Verträglichkeit der Impfstoffe wurden häufig Lokalreaktionen (Schmerz, Rötung, Schwellung, Juckreiz) an der Impfstelle beobachtet.
Zudem kann Fieber auftreten, selten kommt es zu Atemnot oder Nesselsucht.
In den USA wurden Verdachtsfälle von schweren Nebenwirkungen gemeldet. Mögliche Zusammenhänge zwischen diesen Komplikationen und den Impfstoffen werden zurzeit noch weiter untersucht (pro familia).
Zielgruppe
Jugendliche, vor allem Mädchen (ab 12 bis 17 Jahren) sind die Hauptzielgruppe, da die Impfung nur vor einer Infektion wirkt.
Der Fokus liegt auf Mädchen und Frauen, obwohl der Impfstoff sehr wohl auch für Jungen zwischen 9 und 15 Jahren zugelassen ist. Somit werden alleine die Frauen für die reproduktive Gesundheit verantwortlich gemacht.
Kosten
Es entstehen insgesamt Kosten in der Höhe von € 600,- (3malige Impfung). Solange diese Kosten von der Privatperson zu tragen sind, besteht die Gefahr, sozial Benachteiligte noch mehr zu benachteiligen.
Medizinische Fakten - zusammengefasst
- 100 %ige Wirksamkeit gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18
-> 16 und 18 sind zu 70 % die Ursache von Gebärmutterhalskrebs
-> 6 und 11 sind zu 90 % die Ursache für Genitalwarzen
- Die Impfung wirkt bei 70 % der krebsverursachenden HP-Viren, das heißt, der Impfstoff ist bei 30 % der krebsverursachenden HP-Viren unwirksam.
- Der Impfstoff wirkt nicht bei Frauen, die bereits infiziert sind à 60 % der Frauen sind fünf Jahre nach dem ersten Geschlechtsverkehr infiziert.
- Es ist nicht vorhersehbar, ob sich durch eine Durchimpfung der weiblichen Bevölkerung mit dem Impfstoff die Aggressivität der weiteren HPV-Typen verändert.
- Eine HPV-Infektion hat, besonders bei Frauen unter 35 Jahren eine hohe Selbstheilungstendenz.
- Gebärmutterhalskrebs kann durch Safersex und effektive Vorsorgeprogramme (PAP-Abstrich) ausreichend kontrolliert werden (Hirte).
- Die Aufnahme der HPV-Impfung in das österreichische Impfkonzept birgt die Gefahr, dass Frauen die jährliche Vorsorgeuntersuchung nicht mehr in Anspruch nehmen und dadurch die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Fälle sogar steigt statt abzunehmen (Wording Bundesministerium f. Gesundheit).
- Offensichtlich gibt es weltweit ein sehr unterschiedliches Vorkommen der verschiedenen HPV-Typen.
In einer neueren Untersuchung aus den USA fanden sich die Hochrisiko-Typen 16 und 18, auf die die Impfstoffe abzielen, nur bei einem sehr geringen Prozentsatz von Frauen: Typ 16 bei 1,5 %und Typ 18 bei lediglich 0,8 %. In einer der Impfstudien waren die Typen 16 und 18 bei ungeimpften Frauen nicht in 70 %, wovon bisher ausgegangen wurde, sondern nur in 44 % der Zellveränderungen nachzuweisen (Hirte, 2006, S.3).
- Medikamente werden meist nur an männlichen Probanden getestet, mit Sicherheit nicht an Jugendlichen oder Kindern. Je jünger ein Mädchen daher ist, desto mehr Vorsicht ist bei der Dosierung geboten.
… was noch zu sagen wäre:
Die österreichische Krebshilfe lässt sich von der Herstellerfirma Sanofi Pasteur MSD für Ihre Kampagnen, die für die HPV-Impfung sprechen sponsern und finanzieren. Dies stellt die Objektivität und Vollständigkeit der weitergegebenen Information in Frage.
Es wird der Eindruck erweckt, als würde es sich um eine Bewegung von unten handeln, stattdessen handelt es sich um ein kommerzielles Werbeprojekt.
Quellen
Dr. Martin Hirte. Die HPV-Impfung. Ärzte für individuelle Impfentscheidung. Download am 10.10. 2007 von http://www.individuelle-impfentscheidung.de/index.php?option=com_content&task=view&id=23&Itemid=1
Wording des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend; von 2007; http://www.bmgfj.gv.at
Informationsbroschüre der österreichischen Krebshilfe, „Sagen Sie es weiter. HPV kann Gebärmutterhalskrebs verursachen.“ (o. D.)
Mag.a Sylvia Groth MAS. Impfung gegen HPV und gegen Gebärmutterhalskrebs. Hintergrundinformationen. Frauengesundheitszentrum Graz. Juni 2007
Informationsbroschüre: pro familia, Bielefeld, „Neuer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs?“ Eine Entscheidungshilfe für Eltern und Mädchen/junge Frauen, www.bielefeld.de
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