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MEDIZIN & GESUNDHEIT
Beim Frauenarzt

• Wer? Wann? Wie?
• Wann ist es Zeit, einen Gynäkologen aufzusuchen?
• Was passiert beim ersten Besuch?
• Was passiert bei der Untersuchung?
• TIPPS


Wer? Wann? Wie?

Jedes Mädchen, jede Frau kann ohne Zustimmung der Eltern einen Frauenarzt/Gynäkologen aufsuchen. (Wenn im folgenden Text – der Einfachheit halber - vom Gynäkologen bzw. Frauenarzt die Rede ist, so ist selbstverständlich immer auch die weibliche Form gemeint!)

Es gibt kein bestimmtes Alter, ab wann ein Mädchen oder eine Frau zum Gynäkologen gehen sollte. Für ein informatives Gespräch benötigst du keine e-card - für eine Untersuchung schon. Manche Ärzte bieten auch spezielle "Teenager-Sprechstunden" an.

Als Schülerin bist du bei deinen Eltern krankenversichert, hast aber eine eigene e-card. Bei Privatärzten ohne Kassenvertrag wird dir bzw. deinen Eltern eine Honorarrechnung zugesandt.

Wenn du nicht möchtest, dass deine Eltern von deinem Frauenarztbesuch erfahren, kannst du dir beim praktischen Arzt eine Überweisung ausstellen lassen. Bei einigen Beratungsstellen ist eine gynäkologische Untersuchung kostenlos und ohne e-card möglich.


Wann ist es Zeit, einen Gynäkologen aufzusuchen?

• ...wenn die erste Regel auch mit 16 noch nicht da ist.
• ...wenn deine Regel zu oft kommt oder auf einmal in viel größeren Abständen.
• ...wenn du starke Schmerzen hast.
• ...wenn es im Scheidenbereich brennt oder juckt.
• ...wenn du einen Ausschlag im Intimbereich bemerkst.
• ...wenn du ständig Unterleibsschmerzen hast.
• ...wenn du dich über geeignete Verhütungsmittel informieren möchtest.
• …wenn du dir ein Verhütungsmittel verschreiben lassen willst.
• ...wenn du Geschlechtsverkehr/Sex hattest, kein Verhütungsmittel benutzt hast und befürchtest, ungewollt schwanger zu sein.
• ...wenn du die "Pille danach" möchtest. (Innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr einzunehmen! – Rezeptpflichtig!)


Was passiert beim ersten Besuch?

Dein Frauenarzt führt ein erstes Gespräch mit dir, um dich kennen zu lernen und das Anliegen deines Besuches zu erfahren. Er wird dir folgende Fragen stellen:

• Hast du schon deine Regel?
• Wenn ja, wann war die letzte und wie lange hat sie gedauert?
• Hast du Schmerzen während deiner Regel?
• Hattest du schon Geschlechtsverkehr?

Der Arzt unterliegt der ärztlichen Verschwiegenheitspflicht, auch deinen Eltern gegenüber!


Was passiert bei der Untersuchung?

Nach dem Anfangsgespräch bittet dich der Gynäkologe, dich in einer Umkleidekabine auszuziehen. Du brauchst dir lediglich den Unterleib freizumachen - deine Oberbekleidung kannst du anbehalten. Vorher musst du möglicherweise auch eine Urinprobe abgeben.

Danach setzt du dich auf den gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Durch die Schräglage des Untersuchungsstuhls nimmst du eine leichte Rückenlage ein und legst deine Kniekehlen in die gepolsterten Halterungen links und rechts von dir. So werden deine inneren Geschlechtsorgane nach unten gedrückt und können besser untersucht werden.

Es ist ganz natürlich, falls du hier Hemmungen hast und dich schämst - es wird ja auch dein Intimbereich untersucht, der besonders schützenswert ist. Du kannst aber deinen Arzt bitten, dich zunächst einmal mit deinen Kleidern auf den Stuhl setzen zu dürfen, um das fremde Gefühl kennen zu lernen, bevor du dich für die Untersuchung ausziehst.

Das wichtigste Untersuchungsinstrument des Gynäkologen ist das Spekulum. Es ist aus Metall und wird vor jeder Untersuchung gereinigt und sterilisiert. Dieses Spekulum gibt es in verschiedenen Größen – dein Frauenarzt wählt das passende für dich. Wenn du noch ein Jungfernhäutchen hast, kannst du unbesorgt sein – dein Arzt wird ein kleines Spekulum wählen, um dein Jungfernhäutchen nicht zu verletzen. Für gewöhnlich wird das Instrument vorgewärmt, bevor es langsam in die Scheide eingeführt wird, um die Scheidenwände zu entfalten und eine Untersuchung des Muttermundes zu ermöglichen. Du kannst fragen, ob du einen Spiegel haben könntest, um deine Scheide einmal von innen sehen zu können.

Mit einem Wattestäbchen tupft der Gynäkologe nun auf die Muttermundschleimhaut und bekommt so Zellproben für eine mikroskopische Untersuchung. Dabei wird festgestellt, ob deine Hormonproduktion entsprechend ist oder ob Störungen vorliegen.

Zusätzlich wird dein Arzt noch eine Tastuntersuchung durchführen. Dazu zieht er sich Untersuchungshandschuhe aus feinem Latex über und führt dir einen Finger in die Scheide ein. Mit der anderen Hand drückt er sanft auf deinen Unterbauch, um deine inneren Geschlechtsorgane abtasten zu können. Diese Untersuchung ist auch durch den After (anal) möglich – jedoch selten, du kannst auch auf die anale Untersuchung verzichten.

Die gesamte Untersuchung ist eigentlich nicht schmerzhaft. Falls es ein wenig wehtut und zieht, ist die Ursache oft eine Verkrampfung aus Angst und Ungewissheit. Auch dieses Gefühl ist ganz normal und natürlich. Darum sind Sympathie und Vertrauen gegenüber deinem Gynäkologen sehr wichtig.


Welche Fragen könntest du stellen?

Was soll ich tun, wenn...
• ...eine Brust schneller wächst als die andere?
• ...ich einen glasigen, weißlichen Ausfluss bemerke?
• ...alle anderen schon die Regel oder mehr Schambehaarung haben?

Kann ich...
• ...vor meiner ersten Regel schwanger werden?
• ...schwanger werden, wenn meine Menstruation noch unregelmäßig ist?
• …während meiner Periode Sport betreiben?

Dein Frauenarzt kann dir alle Fragen beantworten, die mit deinem Körper, deiner Periode, Schwangerschaft und Verhütung zu tun haben.


TIPPS:

• Vor dem Frauenarztbesuch reicht es aus, wenn du dich ganz normal wäschst. Bitte verwende keine Intimsprays oder Waschlotionen - sie könnten das Untersuchungsergebnis beeinflussen.

• Wenn es dich stört, mit nacktem Unterkörper auf dem Untersuchungsstuhl zu liegen, dann ist es hilfreich, ein längeres T-Shirt oder einen weiteren Rock anzuziehen, den du kurz vor der Untersuchung hochschieben kannst. Den Oberkörper kannst du bedeckt halten.

• Du brauchst keine Zustimmung deiner Eltern für den Besuch bei einem Gynäkologen und für die Verschreibung von Verhütungsmitteln oder die "Pille danach".

 

 
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PGA - Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit